Auslöser und Vorboten von Migräneattacken

Oft kündigt sich eine Migräneattacke an. Achten Sie auf Müdigkeit, Sprachstörungen und unwillkürliches Gähnen. Wenn Sie zum Beispiel plötzlich gähnen müssen, ohne wirklich müde zu sein, kann das auf einen nahenden Anfall hindeuten. Falls Sie selbst Vorboten Ihrer Migräneattacken beobachtet haben, versuchen Sie durch gezielte Maßnahmen das Ausbrechen der Attacke zu verhindern: Meiden Sie in dieser Situation so weit als möglich eine Umgebung mit lauten Geräuschen oder flackerndem Licht, schonen Sie sich, machen Sie Entspannungsübungen und tragen Sie im Sommer eine Sonnenbrille!

Versuchen Sie herauszufinden, welche Faktoren nachgewiesenermaßen speziell in Ihrem Fall Migräne-Attacken auslösen können.

Eine Migräneattacke kann durch

begünstigt werden


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Hormone

Hormone, und hier besonders die weiblichen Geschlechtshormone sind nachgewiesene Migräneauslöser.
Vor der Pubertät tritt Migräne bei Mädchen und Buben etwa gleich häufig auf, danach ändert sich die Situation, Frauen leiden wesentlich häufiger an Migräne als Männer. Mehr als die Hälfte der Migränikerinnen beschreibt die Monatsblutung als einen Migräneauslöser und berichtet von einer Häufung der Anfälle vor oder während der Periode. Bei einem Großteil der Frauen nimmt die Anfallshäufigkeit in der Schwangerschaft ab, nach der Entbindung erreicht sie allerdings wieder ihre alte Intensität. Migräneattacken in Zusammenhang mit der Menstruation können heftiger verlaufen und länger andauern als nicht menstruationsgebundene Attacken (siehe Wirksame Hilfe).

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Stress

Migräneattacken können gehäuft in Zusammenhang mit großer Anspannung oder stressigen Ereignissen auftreten. Das betrifft sowohl berufliche als auch private Situationen. Treten solche Migräneattacken nach der Anspannungsphase auf, kann sich dies als Wochenend- oder Feiertagsmigräne äußern. Auch ungewöhnlich langes Schlafen (Ausschlafen an den Wochenenden) oder vermehrter Alkoholgenuss können Migräne begünstigen. Natürlich gibt es die verschiedensten Arten von Stress. Stress wird auch von jedem Menschen anders empfunden. Was bei dem Einen bereits Stress und Überforderung bedeutet, ist für den Anderen anregend und interessant.

Ich bin total im Stress

Stress wird automatisch immer mit Zeitdruck und Zeitnot in Zusammenhang gebracht. Das ist nicht immer richtig. Es gibt viele andere Situationen, in denen sich Stress aufbaut. Schwierigkeiten im Beruf, mit Vorgesetzten oder Kollegen, Mobbing am Arbeitsplatz, ungelöste oder unausgesprochene Konflikte können vermehrt Druck aufbauen. Aber auch persönliche Lebensumstände, finanzielle Probleme, Schwierigkeiten in der Partnerschaft, mit Kindern oder Freunden führen zu Stresssituationen. Auch die ständige Überfrachtung mit Reizen, permanent dröhnendes Radio, flackerndes Licht, ein zu dichtes Wochenendprogramm bringen unseren Körper und damit auch unser Gehirn auf Hochtouren.

Keep cool - Wege zur Stressbewältigung

Da Stress ein sehr individueller Faktor ist, gilt es herauszufinden, wo die persönliche Belastungsgrenze liegt. Stress ist nicht unbedingt negativ zu sehen. Als positiver Aspekt führt Stress uns Höchstleistungen.
Wenn Sie jedoch beginnen, unter den Folgen von Stress zu leiden, sollten Sie ihren Lebensstil überdenken.
Um sich Abstand zu verschaffen und Entspannung zu finden helfen vielleicht auch schon einfache Entspannungsübungen, ruhige Spaziergänge oder ein Hobby, das Sie ablenkt und Ihnen Freude bereitet. Alkohol und Drogen sind nur kurzfristige "Entspanner" und zur Stressbewältigung nicht geeignet. Wer unter vermehrtem Stress leidet, sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Der Besuch beim Psychotherapeuten, beim Arzt oder einer Selbsthilfegruppe ist keineswegs ein Zeichen von Schwäche oder Versagen, sondern im Gegenteil, ein Ausdruck von Selbstverantwortung und Stärke.

Stress wird von jeder Person anders empfunden. Daher muss die Art der Stressbewältigung individuell sein.

Stressreduktion durch progressive Muskelentspannung nach Jacobson (Anspannungs- und Entspannungsübungen) kann die Häufigkeit und Heftigkeit von Migräneanfällen mindern. Manche Patienten benötigen dann auch weniger Medikamente

 

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Schlaf

Etwa ein Drittel des Tages nimmt sich der Körper eine Auszeit, er schläft. Diese Zeit benötigt er, um die Energiereserven wieder aufzufüllen. Körpervorgänge verändern sich, Atmung und Puls verlangsamen sich, der Herzschlag wird vermindert, die Körpertemperatur sinkt. Der persönliche Biorhythmus jedes Menschen ist wie eine innere Uhr, welche die einen unter uns zu "Morgenmuffeln", die anderen zu "Nachtschwärmern" macht. Durch unser gesellschaftliches und kulturelles Leben, also die üblichen Bürozeiten, Schule, Freizeitformen wird der Biorhythmus beeinflusst. Zwischen den einzelnen Kulturen bestehen große Unterschiede im Schlafverhalten. So wäre ein Arbeitstag im Süden ohne die bekannte "Siesta" undenkbar. Besonders am Wochenende sind viele Menschen versucht, das gewohnte Leben zu durchbrechen und zu verändern. Während sich die einen die Nächte um die Ohren schlagen und die Nacht zum Tag machen, sind andere kaum aus dem Bett zu kriegen. Diese Änderung des Schlaf-Wachrhythmus ist es, die ebenfalls zu Migräneattacken führen kann. Beobachten Sie, ob eine Beibehaltung des gewohnten Lebensrhythmus auch am Wochenende von Vorteil für Sie ist.

Ein Drittel des Lebens verbringen wir im Schlaf

Wie viel Schlaf jeder Einzelne benötigt ist ebenfalls höchst unterschiedlich. Durchschnittlich schlafen Säuglinge 16 Stunden am Tag, es gibt aber auch solche, die kaum wachzubekommen sind und schlafen, während andere mit 12 Stunden auskommen. Erwachsene haben im Durchschnitt ein Schlafbedürfnis von 8 Stunden, nach dem 50. Lebensjahr nimmt das Schlafbedürfnis deutlich ab.

Wir verbringen unser Leben also in einem ständigen Wechsel zwischen Wach- und Schlafphasen. Während man noch zur Wende des 20. Jahrhunderts der Meinung war, dass im Schlaf "alle Lichter ausgehen", weiß man heute, dass im Schlaf unterschiedlichste Aktivitätsgrenzen erreicht werden.

Von Weltenbummlern und Flugkapitänen

Der sogenannte Jet Lag kann ebenfalls an einer Migräneattacke Schuld sein. Als Jet Lag wird die Diskrepanz der inneren Uhr mit der tatsächlichen örtlichen Tageszeit, wie sie bei Flügen in andere Zeitzonen auftritt, bezeichnet. Unser Biorhythmus wird auf den Kopf gestellt, der Körper hat Anpassungsschwierigkeiten an den plötzlichen und unvermuteten Wechsel von Hell-Dunkel. Es dauert einige Tage, bis sich der Körper an die geänderten Umstände angepasst hat.

Während des Fluges sollten Sie auf Alkohol verzichten, viel Flüssigkeit zu sich nehmen und wenn möglich das Essen ebenfalls an die Essenzeiten am Zielort anpassen. Schlafen Sie im Flugzeug auch nur, wenn an Ihrem Zielort Nacht ist! Entspannungstechniken wie "Muskelentspannung nach Jacobson" oder Autogenes Training sind auch in einem Flugzeug durchführbar.

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Bestimmte Lebensmittel

Wenn Essen und Trinken krank macht

Bestimmte Inhaltsstoffe in Lebensmitteln können Migräneattacken auslösen. 10% der Migräniker berichten, dass sie auf ganz bestimmte Lebensmittel empfindlich reagieren. Bewiesen sind jedoch nur wenige Faktoren wie Alkoholkonsum und Koffeinentzug.

Eine eigene "Migränikerdiät" ist zwar nicht sinnvoll, jedoch sollten Sie besonders auf einen abwechslungsreichen und gesunden Speisezettel achten. Ernähren Sie sich regelmäßig. Auslassen von Mahlzeiten, Diäten oder Abmagerungskuren können ebenfalls eine Migräneattacke auslösen.

Manche Migränepatienten reagieren besonders auf Rotwein mit einer Attacke. Prinzipiell können sämtliche alkoholische Getränke, bereits auch in geringer Dosis, Migräneattacken auslösen. Alkoholbedingte Migräneattacken treten vor allem am Morgen, vermutlich auch begünstigt durch Schlafmangel (link zu Schlaf) und schlechte Luft auf. Ein Teil der Beschwerden wird aber auch auf den Flüssigkeitsverlust bei Alkoholkonsum zurückgeführt. Daher sollte neben den alkoholischen Getränken mindestens die gleiche Menge an Mineralwasser getrunken werden. Dem Elektrolytverlust kann man durch den Verzehr von salzhaltigen Speisen (beispielsweise salzbestreutes Knabbergebäck) entgegenwirken.

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Äußere Reize

In manchen Fällen können auch äußere Reize Migräneattacken auslösen. Blinkendes Licht in Diskotheken, ständige Reizüberflutung durch den laufenden Fernseher, zu langes Arbeiten am Computer oder ständig laute Musik begünstigen Migräne.
Viele Migräniker berichten auch, dass sie keine verrauchten Räume oder Klimaanlagen vertragen. Auch besonders starke Gerüche, bestimmte Parfüms oder Raumsprays können Migräne begünstigen. Denken Sie auch an diese Möglichkeiten, wenn es gilt, einer neuen Attacke vorzubeugen. Vielleicht begünstigen gerade diese Auslöser einen neuen Anfall.
Sollte eine Reizabschirmung nicht möglich sein, versuchen Sie Ihre Aufmerksamkeit ganz bewusst auf einen einzigen Punkt zu lenken: betrachten Sie ganz intensiv ein bestimmtes Bild, hören Sie interessiert ein Musikstück an, erinnern Sie sich an eine besonders angenehme Situation...

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Wetterkapriolen

Immer wieder berichten Migräniker, dass Wetterkapriolen, Föhneinbrüche oder Wetterumschläge Migräneattacken auslösen. Tatsächlich sind jedoch nur wenige Migräniker wetterempfindlich, die spezielle Beachtung des Wetters ist auch deshalb nicht zweckmäßig, da es im Gegensatz zu anderen Faktoren unbeeinflussbar ist. Für manche Patienten ist es angenehm, die pralle Sonne zu meiden und eine Kopfbedeckung zu tragen. Dunkle Sonnenbrillen werden von vielen Migränikern ebenfalls als wohltuend empfunden. Auch für den Winter sollten Sie gerüstet sein, denn Kälte kann ebenfalls Kopfschmerzen auslösen. Wärme und vorsichtige Massagen können hier hilfreich sein.
Vorbeugend achten Sie auf eine warme Kopfbedeckung, aber auch die Hände und vor allem die Füße sollten warm gehalten werden.

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Medikamente

Auch Schmerzmittel können zu Migräneattacken führen!
Ein beträchtlicher Teil der chronischen, also an mehr als 15 Tagen pro Monat auftretenden Kopfschmerzen ist auf zu häufige Einnahme von Kopfschmerzmedikamenten zurückzuführen! (siehe Kopfschmerzformen) Bei sachgemäßer Anwendung von Migränemitteln unter Anleitung Ihres Arztes ist das Risiko eines Medikamentenkopfschmerzes nicht gegeben.

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