Migräne

Jeder Patient hat seine eigene Migräne

Migräne kann in den verschiedensten Formen auftreten.
Migräneanfälle werden bei vielen Menschen begünstigt, wenn der Patient "aus der Balance" gerät. Stress, emotionale Ausnahmesituationen oder Alkoholgenuss begünstigen einen Zustand, den man als "einen Sturm im Gehirn" bezeichnen könnte. Es gibt aber auch PatientInnen, bei denen keine derartigen auslösenden Situationen gefunden werden können.
Migräne ist eine umfassende biologische Funktionsstörung des Gehirns. Neueren Untersuchungen zufolge sind Hirnnerven ebenso betroffen wie Zentren im Hirnstamm und das Mittelhirn. Migräne ist ein Puzzle aus diversen Teilmechanismen, daher sind die Krankheitssymptome auch so unterschiedlich.
Auch bei der Migräne muß eine individuell zusammengestellte Therapie für die Attacke und für die Vorbeugung gegen Schmerzattacken erstellt erden.

Der Serotonin-Spiegel verändert sich

Vermutlich führt eine gesteigerte Gehirnaktivität zu einer vermehrten Ausschüttung eines Botenstoffes, der als Serotonin (5-Hydroxitryptamin) bezeichnet wird. Serotonin verengt die Blutgefässe, hemmt Entzündungen und dämpft den Schmerz. Bei einer Mirgäneattacke steigt die Serotonin-Konzentration an, wird aber sehr schnell wieder abgebaut.
Die Wirkungsweise von Medikamenten aus der Triptangruppe könnte mit einer Behebung des Serotonin-Mangels in Verbindung gebracht werden.

Migräne hat ein Gesicht

Lange Zeit als "psychische Krankheit", "Überspanntheit" oder "Einbildung" in Verruf, kann man heute die erhöhte Gehirn-Aktivität durch spezielle Tomographie-Aufnahmen sichtbar machen. Das bedeutet, dass Migräne eine körperliche Erkrankung ist, die, wie jede andere Krankheit auch, eine psychische Komponente haben kann.

Migräne ist speziell und individuell. Trotzdem lassen sich verschiedene Migränetypen unterscheiden:

Migräne ohne Aura

Migräne ohne Aura ist die häufigste Migräneform. Es treten pulsierende oder pochende Kopfschmerzen, zumeist halbseitig, seltener beidseitig, auf. Begleitet wird der Kopfschmerz oft von Übelkeit, manchmal von Erbrechen , gelegentlich auch von Durchfall. Meist bestehen eine deutliche Licht- und Lärmempfindlichkeit.

Migräne mit Aura

Bei ca. 15 % der Migränebetroffenen gehen dem Kopfschmerz sogenannte Aurasymptome voran, die sich meist als Sehstörungen, gelegentlich als Gefühlsempfindungsstörungen oder Sprachstörungen, sehr selten auch als Lähmungserscheinungen äußern. Die Migräneaura bildet sich innerhalb einer Stunde wieder vollständig zurück.

Besondere Migräneformen

Weit weniger häufig als die Migräne mit Aura und  ohne Aura treten andere Krankheitsformen auf, die der Migräneform mit Aura zugeordnet werden.

Dazu zählen beispielsweise

- mit verlängerter Aura

- bei dieser Form klingen die Aurasymptome nicht schon nach einer Stunde ab, sondern können bis zu einer Woche andauern.

- mit Aura ohne Kopfschmerz

die passageren neurologischen Ausfälle werden nicht von Kopfschmerzen begleitet. Dieses Phänomen ist nicht so selten. Doch Vorsicht!
Wenn sich der gewohnte Charakter von Migräneattacken plötzlich ändert ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen!

Familiäre hemiplegische Migräne

bei dieser seltenen Erkrankung konnte ein Defekt am Chromosom 19 nachgewiesen werden.

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