wirksame Medikamente
Annemarie B.
Mit großer Freude habe ich in der letzten Zeitschrift von dm Ihre Internetadresse entdeckt und die verschiedenen Seiten ausgiebig studiert. Ich habe seit meiner frühen Kindheit (Volksschulalter) immer wieder mehr oder weniger Kopfschmerzen gehabt. Seit der Pubertät dann auch Migräne. Im Akutfall bekam ich dann Adolorin, später halfen mir sehr gut Thomapyrin C Brausetabletten. Aspirin C Akut überhaupt nicht! Seit etwa 8 Jahren nehme ich nun ein Kräutertonikum, das eigentlich nicht für Migräne indiziert ist, aber es hilft zu 95%. Es heißt Veen veen und hat leider den Nachteil, dass es sehr teuer ist: € 26,95/Flasche, in der sich 500 ml befinden und dass ich mittlerweile mitunter fast 2 Flaschen/Monat benötige. Bei ganz argen Schmerzen nehme ich dann noch zusätzlich Avamigran(vom Hausarzt verschrieben) 1-2 Tabletten dazu. Das ist 1-2mal /Monat. Etwa 1mal pro Jahr übersehe ich es, meistens am Wochenende und dann kann ich nur hoffen, dass ich einen verständnisvollen Arzt erwische!!(Von ca. 50% wird man nämlich nur milde belächelt!!) Das letzte Mal, das war kurz vor Weihnachten, hatte ich Glück. Die Ärztin kam sofort, spritzte Traumal und Paspertin und das hielt ganze 11/2 Stunden! Bei weniger schlimmen Kopfschmerzen fällt es mir schon gar nicht mehr auf, dass ich welche habe, weil das fast täglich ist. Meine Fragen sind nun: Zu welchen Schmerzmitteln zählt das Avamigran? Wie heißen Migränenasensprays? (Es wäre überhaupt sehr interessant, wie alle verschiedenen Migräneschmerzmittel heißen, inkl. Nebenwirkungen,etc.) Kann man von einem Kräutertonikum abhängig werden? Mit recht herzlichen Dank schon im Voraus für Ihre Bemühungen und freundlichen Grüßen
Expertenantwort:
Sehr geehrte Frau B., Bevor ich Ihre Fragen beantworte, möchte ich Ihnen dringend empfehlen einen Kopfschmerzkalender zu führen. Sie schreiben, dass Sie fast täglich leichte Kopfschmerzen haben und zusätzlich immer wieder heftige(re) Attacken. Anhand des Kopfschmerzkalenders lässt sich gut beurteilen, wie oft Sie heftigere Kopfschmerzen haben, wie lange diese dauern und wie gut die Kopfschmerzen tatsächlich auf diverse Medikamente und Veenveen ansprechen. Leider kommt es immer noch vor, dass Kopfschmerzen von manchen Ärzten nicht ernst genommen und abgetan werden. Aufgrund der täglich vorhanden Kopfschmerzen sollten sie jedoch unbedingt fachärztlich neurologischen Rat (am besten mit einem über vier Wochen geführten Kopfschmerzkalender). Nun zu Ihren Fragen: Avamigran ist ein Mischpräparat, das neben Ergotamin diverse andere Substanzen enthält. Ergotamine werden seit vielen Jahrzehnten zur Migränebehandlung eingesetzt. Sie sind jedoch weniger gut wirksam als die modernen Migränemittel, die Triptane, und meist verursachen sie auch mehr Nebenwirkungen. Es gibt drei Nasensprays, die zur Behandlung von Migräneattacken eingesetzt werden. Der neueste enthält den Wirkstoff Zolmitriptan. Diese Präparate verordnet der Facharzt für Neurologie und sie werden üblicherweise gut vertragen. Darüber hinaus gibt es eine große Palette von weiteren Migränemedikamenten, die jedoch aus Platzgründen hier nicht im Detail angeführt werden können. Zu Ihrer abschließenden Frage: Ein Kräutertonikum macht nicht abhängig, enthält jedoch häufig Alkohol (wie dies auch bei Veenveen der Fall ist). Angesichts der Tatsache, dass Sie pro Monat 2 Flaschen konsumieren, sollten Sie jedoch kritisch hinterfragen, wie gut das Kräutertonikum tatsächlich hilft.
Anita B.
Sehr geehrtes Kopfschmerzforum,
ich bin Jahrgang 1954 und leide seit 1976 unter schweren Migräneattaken. Ich nehme derzeit Relpax 40 mg (habe schon alle Triptane durchprobiert). Ich habe nun in einer Zeitschrift gelesen, dass ein neuer Arzneistoff unter "BIBN 4096 BS" auf den Markt kommen soll, der auch für Herzkranke geeignet ist. Wissen Sie Näheres darüber? Vielen DANK
Mit lieben Grüssen
Expertenantwort:
Sehr geehrte Frau B.
Bezüglich des neuen Arzneistoffes BIBN 4096 darf ich Ihnen mitteilen, dass es sich dabei vorläufig um eine experimentelle Substanz handelt, die derzeit nicht in der Behandlung der Migräne zugelassen ist und auch nicht frei erhältlich ist. Es kann allerdings gut sein, dass sich diese Substanz in den Experimenten so gut bewährt, dass sie schließlich als Migränetherapeutikum auf den Markt kommen wird, ein eventueller Zeitpunkt ist meinerseits nicht abschätzbar.
Gesundheitsredaktion Kronenzeitung:
Ein Leser hat bei uns angefragt und behauptet, dass Kombinationspräparate keinesfalls vermehrt zu Abhängigkeit und Dauerkopfschmerzen führen können. Er verweist sogar auf eine Homepage, wo tatsächlich Kombinationspräparate empfohlen sind. Unserer bisheriger Wissenstand ist, dass Kombinationspräparate sehr wohl zu Abhängigkeit und Dauerkopfschmerzen führen können. Was stimmt jetzt?
Expertenantwort:
Besten Dank für Ihre sehr kompetente Fragestellung. Prinzipiell ist festzuhalten, dass jede schmerzstillende Substanz, insbesondere solche mit Indikation zur Behandlung von Kopfschmerzen bei unkontrollierter Einnahme zu einer Abhängigkeit führen kann, die eine entsprechende spezielle Therapie erforderlich macht. Bei manchen Substanzen wird das Abhängigkeitspotential rascher erreicht als bei anderen. Ebenso gilt dies für Kombinationspräparate gegenüber Monopräparaten. Deshalb wird auch in der neuen internationalen Klassifikation der Kopfschmerzen darauf hingewiesen, dass eine missbräuchliche Verwendung dann angenommen wird, wenn jemand an durchschnittlich 15 Tagen eines Monats Monopräparate einnimmt oder aber bereits an 10 Tagen pro Monat Mischpräparate.
Manuela S.:
Ich habe seit ca. 15 Jahren Migräneanfälle und nichts hilft auf Dauer. Vor ca. 6 Jahren bekam ich ein neues Medikament verschrieben, vom dem ich anfangs. 10 mg einnahm und nun, auf Anraten einer Neurologin, die Dosis mehr als verzehnfacht habe. Meine Frage wäre nun ob ich diese Dosis bedenkenlos einnehmen kann ?
Expertenantwort:
Wenn keine kardiologisch-internistische Einwände bestehen oder störende Nebenwirkungen aufgetreten sind, ist die Behandlung einer Migräne mit Betablockern, eine sehr empfehlenswerte Prophylaxe, wobei Ihre angegebene Menge keineswegs die höchstzulässige Dosierung darstellt. Im Allgemeinen wird eine solche Therapie ca. 6 Monate durchgeführt, dann versuchsweises Ausschleichen (im Bedarfsfall ist auch eine noch längere Medikationszeit möglich).
Max H.:
Ich würd meiner Mutter gerne irgendwie helfen wolln sie hat ständig migräne schwindlanfälle erbrechen usw mindestens 2-3mal in der woche sie stopft sich nur medikamente rein (zäpfchen) die helfen gar nicht mehr würd ich mal sagen ihr magen ist schätz ich auch schon kaputt kann ja nicht anders sein! können sie mir einen tip geben was ich mit ihr machen kann????wär echt nett von ihnen!!
Expertenantwort:
Ist Ihre Mutter bereits in Behandlung? Wer hat die Zäpfchen verordnet? Ich brauche nähere Informationen, bevor ich Ihre Frage an unser medizinisches Fachgremuim weiter leite.
Ingrid G.:
ich habe seit meiner Kindheit ca. 1x/Jahr Migräne mit Aura (Sehstörungen, Sprachstörungen, Taubheitsgefühl in Händen und Füßen). Vor einigen Jahren war ich deswegen bei einem praktischen Arzt, der gemeint hat, es zahlt sich nicht aus, wegen der seltenen Anfälle ein Medikament zu verschreiben. Da ich aber vor diesen Anfällen ziemlich Angst habe, hätte ich doch gerne irgendetwas, das in so einem Fall schnell hilft. Man ist ja bei so einem Anfall völlig außer Gefecht gesetzt und eigentlich völlig hilflos. Ich habe Angst davor, irgendwo unterwegs zu sein und plötzlich nicht mehr richtig zu sehen und mich nicht mehr artikulieren zu können. Gibt es Medikamente, die auch bei so selten auftretenden Anfällen helfen und die dann vor allem rasch helfen?
Vielen Dank!
Expertenantwort:
Viele Betroffene erleben Aurasymptome als äußerst unangenehm und bedrohlich. Glücklicherweise kommen die Attacken bei Ihnen relativ selten vor. Leider ist eine Migräne-Aura sobald sie aufgetreten ist praktisch nicht mehr zu stoppen. Nur bei stundenlang anhaltenden Aurasymptomen kann deren Dauer eventuell durch Medikamente verkürzt werden. Eine vorbeugende Behandlung ist prinzipiell möglich. Es gibt eine Reihe von Medikamenten, die die Häufigkeit der Migräne mit Aura deutlich reduzieren. Man muss in diesem Fall aber immer Nutzen und Risiko abwägen. In Ihrem Fall ist es nicht zweckmäßig täglich ein Medikament einzunehmen, da sie ja nur eine Attacke pro Jahr haben. Die Sorge, unterwegs eine Attacke zu entwickeln, ist sehr verständlich. Da sich die Symptome aber typischerweise über einige Minuten langsam entwickeln, sollte bei den ersten Anzeichen einer Migräne-Aura ausreichend Zeit bleiben im Straßenverkehr oder bei Tätigkeiten mit Verletzungsgefahr entsprechend zu reagieren. Ihr Wunsch nach einem rasch wirkenden Akutmedikament zur Behandlung der Aurasymptom ist nur zu verständlich, derzeit aber leider nicht erfüllbar. Was die Behandlung des üblicherweise nach der Aura auftretenden Kopfschmerzes betrifft, so stehen dieselben Medikamente zur Verfügung wie bei der Migräne ohne Aura.
Max H.:
ich würde meiner mutter gerne irgendwie helfen wollen sie hat ständig migräne schwindlanfälle erbrechen usw mindestens 2-3mal in der woche sie stopft sich nur medikamente rein (avamigram zäpfchen)die helfen gar nicht mehr würde ich mal sagen ihr magen ist schätz ich auch schon kaputt kann ja nicht anders sein! können sie mir einen tipp geben, was ich mit ihr machen kann?
Expertenantwort
Ihre Mutter benötigt dringend eine gezielte neurologische Behandlung. Zu häufige Einnahme von Avamigran (R) führt nicht nur zu noch mehr Kopfschmerzen, sondern kann auch Durchblutungsstörungen zur Folge haben. Abhängig von den konkreten Beschwerden Ihrer Mutter und der Häufigkeit, mit der Migränemittel eingenommen werden, ist u.U. eine stationäre Behandlung erforderlich.
Martina R.
Ich wende mich heute an Sie, um herauszufinden, wie Sie als Ansprechperson des Komitees zur Unterstützung von Patienten mit Migräne zu der Tatsache stehen, das von den Krankenkassen das Migränemittel IMIGRAN nicht mehr bezahlt wird. Ich leide seit meinem zwölften Lebensjahr an Migräne. Nach jahrelangen erfolglosen Behandlungsversuchen durch Hausarzt, in späterer Folge auch Frauenarzt bin ich am 14.9.1995 zum ersten Mal bei einem Neurologen gewesen. Aufmerksam wurde ich damals durch eine Kampagne der Krankenkassen "Migräneambulanz". Mir wurde damals (14.9.1995) zum ersten Mal das Medikament IMIGRAN (100 mg) verschrieben und in Folge auch immer bewilligt. Zwischenzeitlich wurden auch immer wieder andere Medikamente "getestet", die nach Aussage meiner behandelten Ärzte billiger sind. Auch wurde einer Intervalltherapie mit INDERAL durchgeführt. In einem Schreiben an die NÖ GKK habe ich mich auf die Weisung der Frau Bundesminister bezogen, nachdem in bestehende Therapien auch nach dem 1.1.2005 nicht eingegriffen werden soll. Hat aber nichts genutzt. Vom chefärztlichen Dienstes der NÖ GKK bekam ich die Antwort, dass eine ausreichende Versorgung mit anderen Migränemitteln besteht. In meiner Not habe ich mir bereits einmal eine Packung selber gekauft. Die Kosten von EUR 118,60 für 6 Stück IMIGRAN werden aber auf Dauer meine finanziellen Möglichkeiten übersteigen. Die von der NÖ GKK empfohlenen Migränemittel enthalten aber nur jeweils zwischen 10, 20 und 40 mg des Wirkstoffes Sumatriptan und nicht wie Imigran 100 mg. Sehe daher auch keine Kostenersparnis der Krankenanstalten, wenn die doppelte bis dreifache Menge vom Patienten gebraucht wird. Beispiel: Relpax 40 mg, 6 Stück-Packung EUR 33,10 Nun meine konkrete Frage an Sie, sehr geehrte Frau Rudolf-Weberbauer: Bin ich tatsächlich die einzige in Österreich die dieses Problem hat? Nirgends lese oder höre ich von ähnlichen Fällen bzw. habe ich das Gefühl, dass dies alles sang und klanglos akzeptiert wird. Wäre es nicht notwendig, zumindest eine breitere Öffentlichkeit mit dieser Thematik zu konfrontieren. Es ist mir schon klar, dass es seit der Änderung des Heilmittelverzeichnisses und der Chefarztpflicht-Neu dramatischere Fälle gibt und Migräne keine lebensbedrohliche Krankheit darstellt, aber sollte nicht zumindest ein kleiner Versuch gestartet werden, eine Verbesserung herbeizuführen?
Expertenantwort:
Das Imigran gehört in die Gruppe der sogenannten Triptane, von diesen sind in Österreich 5 Präparate zugelassen, die allesamt eine sehr ähnliche Wirkung und Nebenwirkung haben, aufgrund ihrer chemischen Struktur allerding sin unterschiedlicher Dosierung verabreicht werden, sodaß man die Größe von Imigran 100 mg keineswegs so interpretieren darf, daß ein anderes Präparat, welches eine Größenordnung von 40 mg hat, somit zweieinhalbmal übertroffen würde.Die Krankenkasse hat - aus kommerzieller Sicht verständlicherweise - jene Triptane, die "billig" sind freigegeben, die anderen "teureren" Triptane werden nur unter speziellen Bedingungen im Einzelfall bewilligt. Sie sollten sich diesbezüglich mit Ihren behandelnden Neurologen besprechen.
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