Auslöserfaktoren

Juliana S.

Liebes Kofschmerzforum-Team,

ich finde eure homepage sehr gut, jedoch vermisse ich die eindeutigen
hinweise auf psychische probleme als ursache von migräne. vielleicht könnten
sie ein kapitel darüber auf ihre homepage integrieren, denn manchmal wird
sicher eher ein (familien-)psychotherapeut als ein neurologe gebraucht!
Besonders bei kindern!

Expertenantwort:

Sehr geehrte Dame,

Vielen Dank für Ihre Interesse und die wertvolle Anregung. Bezüglich des von Ihnen vermissten Hinweises auf "psychische Probleme als Ursache der Migräne" möchte ich zunächst einen wichtigen Punkt klarstellen: Migräne ist eine eigenständige Erkrankung. Wir wissen, dass die Vererbung bei der Migräne eine sehr wichtige Rolle spielt und wir wissen auch, in welchen Hirnregionen eine Migräneattacke ihren Ausgang nimmt. Die genauen Ursachen sind noch nicht völlig geklärt, werden jedoch intensiv erforscht.
Jeder Mensch mit Migräne nimmt also die Veranlagung von Geburt an mit! Irgendwann kommt es zu der ersten Attacke. Das wichtigste Therapieziel ist es, die Zahl der Attacken so gering als möglich zu halten und in diesem Zusammenhang spielen Auslösefaktoren eine wichtige Rolle!
Wenn wir die Migräne bei Kindern und Jugendlichen betrachten, so können Belastungen im psychosozialen Bereich, Teilleistungsschwächen, ungünstige Lebensgewohnheiten, wie zu wenig Schlaf, zu viel "Elektronik", zu viele koffeinhaltige "Kindergetränke" (z.B. Eistee), Hektik und Lärm in der Früh als AUSLÖSEFAKTOREN zu übermässig vielen Migräneattacken führen.
Allerdings ist nicht jede Attacke vermeidbar und Migränebetroffene werden auch unter den besten Bedingungen eine bestimmte Zahl von Attacken erleiden.
Bei übermässig vielen Attacken muss geschaut werden, wo sich mögliche Auslösefaktoren verstecken! Das reicht von einfach zu lösenden Problemen wie zu geringer Flüssigkeitszufuhr bis hin zu komplizierten Problemen im sozialen und psychischen Bereich. Deshalb ist es erforderlich, nach der Lebenssituation der Patientinnen und Patienten zu fragen und diese gegebenenfalls mit Hilfe von neuropsychologischen Untersuchungen weiter abzuklären. Nachweisbare Belastungsfaktoren müssen dann gezielt behandelt werden, was zum Beispiel mit Empfehlungen bezüglich des Lebensstils (regelmäßig essen, regelmäßig trinken, regelmäßig schlafen, ausreichend Pausen beim Lernen), Entspannungstraining oder gezielten anderen Therapien erfolgen kann.


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